Japan im Umbruch? Gegenwärtige Krise des Gesellschaftsmodells der Nachkriegszeit

Japan im Umbruch? Gegenwärtige Krise des Gesellschaftsmodells der Nachkriegszeit

Datum/Zeit
01.03.2017
18:30 - 20:30

Veranstaltungsort
Zentrum Karl der Grosse, Erkerzimmer
Kirchgasse 14
8001 Zürich

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Beschreibung

Vortrag von Prof. Dr. David Chiavacci 

Professor für Sozialwissenschaftliche Japanologie der Universität Zürich

Eine Reihe von repräsentativen Umfragen dokumentieren, dass die gegenwärtige Gesellschaft Japans durch ein Gefühl der Verunsicherung geprägt wird. Angesichts der anhaltenden ökonomischen Stag-nation, des demographischen Wandels, des rasanten Anstiegs atypischer Beschäftigungsverhältnisse, der zunehmenden Öffnung der sozialen Schere zwischen Arm und Reich sowie des Aufstiegs der VR China ist nicht nur das bisherige Selbstverständnis breiter Teile der japanischen Bevölkerung in Frage gestellt, sondern auch die Zukunftszuversicht scheint zu schwinden.

In diesem Vortrag wird diese gegenwärtige Krise in den historischen Kontext eingeordnet und analysiert. Hierbei werden die Entwicklung des Beschäftigungsmodells, des frauenzentrierten Familienmodells und der generalisierten Mittelschichtsgesellschaft dargestellt. Darauf aufbauend werden der soziale Wandel und die damit verbundenen zunehmenden Risse in diesem Gesellschaftsmodell ab den 1990er Jahren erörtert. Dies erlaubt im Fazit eine vergleichende Einordnung der Entwicklungen in Japan mit westlichen und anderen ostasiatischen Industrieländern und eine Diskussion möglicher Zukunftsszenarien für Japan.

Prof. Dr. David Chiavacci

Seit 2010 Mercator Professor für sozialwissenschaftliche Japanologie an der Universität Zürich. Forschungsschwerpunkte: Politische Soziologie, Wirtschaftssoziologie und Wissenssoziologie des gegenwärtigen Japans in vergleichender Perspektive. Mitherausgeber des Japanjahrbuchs der Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Japanforschung (VSJF) (München: Iudicium) und der Buchreihe Welten Ostasiens der Schweizerischen Asiengesellschaft (SAG) (Berlin: De Gruyter). Seine neueren Publikationen umfassen u.a. die beiden Sammelbände Social Inequality in Post-Growth Japan: Transformation during Economic and Demographic Stagnation (Hrsg. mit Carola Hommerich, London: Routledge, 2016) und Re-emerging from Invisibility: Social Movements and Political Activism in Contemporary Japan (Hrsg. mit Julia Obinger, London: Routledge, 2017 [im Druck]). 

Anmeldung:

bis 25. Februar 2017 unter info@schweiz-japan.ch oder Tel. 079 526 10 60

Eintritt frei für SJG- und SJHC-Mitglieder, Nichtmitglieder Fr. 15.-